Hätt i di (Jodler)

Dieser Jodler ist in vielerlei Varianten und unter vielerlei Namen bekannt: als „Hätt i di, håb i di“, „He i ti“, als „Hålterbua Jodler“ oder auch als „Hålt’ s Maul“. In einer Aufzeichnung von 1909 in Obdach in der Steiermark wird er als „Echojodler“ bezeichnet, was die akustische Wahrnehmung sehr treffend wiedergibt: Die 2. Stimme folgt prompt nach dem Starten der 1. Stimme, weswegen der Jodler auch als „Nåcheinånd“ bezeichnet wird. Josef Pommer (1845-1918) zeichnete den Jodler bereits um 1880 in Landl und danach in weiteren Gegenden der Steiermark auf. Er veröffentlichte ihn 1893 in „252 Jodler und Juchezer“ und 1902 in „444 Jodler und Juchezer aus Steiermark und dem steirisch-österreichischen Grenzgebiete“.

Dieser Jodler erfreut sich im ganzen alpenländischen Raum großer Beliebtheit und wurde im Rahmen einer Feldforschung im Bregenzer Wald am 26.10.1976 in Großdorf bei Egg aufgenommen. Unter den Ausführenden befanden sich Edwin Waldner, Jodok Schneider, Paul Fetz, Olga Troy, Zita Jochum, Elisabeth Hammerer, Emanuel Helbok.

In Vorarlberg wird mit dem Schulprojekt „Jodeln echt cool“ wieder verstärkt die Tradition des Jodelns an eine junge Generation vermittelt, wie auch hier im Bild zu sehen (Kinder der VS Doreen mit der Jodel-Expertin Evelyn Fink-Mennel). Dabei kommen der „Hett i di“ und viele andere Jodler in den Jodelworkshops vor. Die Kinder benutzen zur Klangverstärkung einen Milchtrichter aus Holz, deren Verwendung in der Volksmusik der Schweiz zu finden ist. Demnach verwendete der Senner auf der Alm den Trichter als Verstärker für seinen Betruf, mit dem er allabendlich um den Schutz vor Gefahren für die Nacht bat. Auch heute noch gibt es Kantone in der Schweiz, wo das Alpsegenrufen Tradition hat.

Bild: Schulprojekt „Jodeln echt cool“ mit der Expertin Evelyn Fink-Mennel

Projekt:  
Jodeln echt cool
Schulen:
Schulchor der 1.-4. Klassen Volksschule Au, Vorarlberg
Zeitraum: 
Schuljahr 2010-2011, 1 Stunde
Personen: 

34 SchülerInnen, 1 Lehrperson, 1 Jodel-Referentin

Projektbeschreibung:

Das Projekt „Jodeln echt cool“ oder „Jodeln macht Schule“ wird immer wieder vom Vorarlberger Volksliedwerk an Vorarlberger Schulen durchgeführt. Im Schuljahr 2010/11 hat sich der Schulchor der VS Au in einem einstündigen Workshop mit einer Jodel-Referentin für diese Singpraxis begeistert. Die SchülerInnen lernten dabei den „Ho i ti“ auch bekannt als „Hett i di“, einen im ganzen Alpenraum verbreiteten Jodler kennen. Eingangs erfuhren die SchülerInnen Wissenswertes über die Gattung, Tradition und Technik des Jodlers. Das Singen auf Silben ohne Wortbedeutung im Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme oder jodelähnliche Techniken ist auch in anderen Teilen der Welt zu finden, so etwa in der amerikanischen Country Music, bei den Pygmäen in Afrika, in Melanesien, aber auch in Österreich gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Hier können im Unterricht verschiedene Klangerlebnisse angehört, Unterschiede und Gemeinsamkeiten nachgespürt werden. Der Jodler ist ein im ganzen Alpenraum verbreiteter und beliebter „Nåcheinånd“. Zwei Gruppen singen zwar dieselbe Jodlermelodie, Merkmal des „Nåcheinånd“ ist jedoch das versetzte Einsetzen der Stimmen, das sich auch wie ein Echo (Kanon) anhört. Dieses Singen erfordert Übung, sodass Töne und Text gut sitzen und sich daraus ein gemeinsamer Groove entwickeln kann. Das Jodelerlebnis des Schulchors wurde mit zahlreichen weiteren Jodlern erweitert: Ein Jodler im Kanon und ein weiterer zu dem getanzt wurde; dabei probierten die SchülerInnen die mitgebrachten Instrumente der Referentin, die Steirerorgel und Maultrommel aus. Neben dem Kennen lernen dieser regional verorteten Singpraxis stellte das Singen ohne Text eine Besonderheit und ein Klangerlebnis für die SchülerInnen dar. Im Bild ist die Jodel-Expertin Evelyn Fink-Mennel mit den SchülerInnen der VS Doreen (Voralberg) zu sehen, die 2008/09 ebenfalls ein Projekt zum Jodeln durchführten. Die Kinder verwendeten zur Klangverstärkung einen Holztrichter, der seinen Ursprung in der Volksmusik der Schweiz hat.

Projekt:
Singen und Jodeln auf der Alm
Schulen:
1. und 2. Klassen der HS Weißenbach, Steiermark
Zeitraum:
16.-17. April 2004
Personen:

48 SchülerInnen, 6 Lehrperson

Projektbeschreibung:

Jodeln wurde früher vorwiegend auf der Alm praktiziert, um über weitere Distanzen zu kommunizieren. Die SchülerInnen der Hauptschule Weißenbach hatten die Möglichkeit zwei Projekttage auf der Alm zu verbringen, um dem Leben auf der Alm nachzuspüren und Lieder aus dem Jahreslauf und vom Arbeitsleben auf der Alm kennen zu lernen. Die SchülerInnen verbrachten die Tage mit viel Musik, aber dafür ohne Strom, Fernseher und Computer, unternahmen eine Wanderung und auch die Eltern wurden eingeladen. Mit dem Jodler kann in vergangene Lebenswelten eingetaucht und nach den Lebenswelten früherer Generationen gefragt werden, wie sich diese von unserer heutigen unterscheidet. Welchen Berufen gingen die Leute nach, mit welchen Problemen hatten die Menschen zu kämpfen und wie gestaltete sich das Leben auf der Alm? Dazu könnten die SchülerInnen auch in ihrem Umfeld eine Befragung bei Großeltern und älteren Menschen durchführen. Im Rahmen einer kleinen Feldforschung fragen die Kinder nach weiteren Jodlern und Liedern und dokumentieren das mittels Handys. 


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