Mei Lavnttal, mei Paradies

Dieses Lied wurde von Otto Kleewein in Bad St. Leonhard im Lavanttal komponiert. Kleewein wurde 1906 in Lebmach bei St. Veit/Glan geboren, nach seiner Lehrerausbildung an der Lehrerbildungsanstalt Klagenfurt kam er schließlich nach Bad St. Leonhard im Lavanttal. Dort wirkte er von 1950 – 1971 als Direktor der Hauptschule. Aus dieser Zeit stammt auch das Lied „Mei Låvntål, mei Paradies“. Sehr wahrscheinlich sang er dieses Lied auch in der Schule mit seinen SchülerInnen – tauchte es doch 1993/94  im Rahmen der Lavanttaler Feldforschung des Kärntner Volksliedwerks bei den Brüdern Klaus und Lorenz Brunner aus Theißenegg auf. Die beiden Brüder meinten, sie kennen das Lied aus ihrer Schulzeit, wüssten aber nichts über deren Herkunft und waren der Meinung es handle sich um ein von langer Tradition her überliefertes Lied. Dieser gespannte Bogen zeigt einmal mehr, wie schnell sich ein komponiertes Lied durch seine Beliebtheit als Volksliedgut verankert und von den Vortragenden als mündlich aber vor allem lang tradiertes Volkslied geglaubt scheint.

In der hier zu hörende Aufnahme des Liedes sind die schon eben genannten Brüder Klaus, Lorenz sowie Herbert und Hannes zu hören. Das familieneigene Quartett bezieht die Leidenschaft zum Singen von ihren Eltern. Diese Aufnahme findet sich auf der CD „Kultur Region Lavanttal“, welche anlässlich dreier durchgeführten Feldforschungen in den Jahren 1992 – 1994, vom Kärntner Volksliedwerk herausgegeben wurde. Aus dem Protokoll der Forschergruppe vom 31. März 1993 geht hervor, dass es sich oft schwierig gestaltet, den geeigneten Zeitpunkt für einen Feldforschungsbesuch auszuwählen. Die einsetzende Schneeschmelze und das schöne Wetter treiben die Menschen dazu an, ihre Arbeit im Freien aufzunehmen. Das Ehepaar Mathilde und Nikolaus Brunner sowie die beiden Söhne Klaus und Lorenz betätigten sich bei Ankunft der Forschenden mit landwirtschaftlichen Arbeiten. Trotzdem ließen sie sich auf ein Gespräch ein und nahmen sich Zeit unter anderem dieses Lied vorzusingen.

Bild: Geschwister Brunner, Kärntner Volksliedarchiv


Projekt:
Kultur des Friedens – Cultura della pace – Kultura miru
Schulen:
3. Hauptschule Lavamünd mit Musikschwerpunkt, Partnerschulen in Italien und Slowenien, Schulchöre aus dem unteren Lavanttal
Zeitraum:
Schuljahr 2000/2001
Personen:

6 Lehrpersonen, 23 SchülerInnen

Projektbeschreibung:

Dieses dreisprachige Projekt wurde von der Hauptschule Lavamünd in Zusammenarbeit mit den Partnerschulen in Turriaco und Begliano (Friaul-Julisch-Venetien, Italien) sowie in Limbus und Dravograd (Slowenien) durchgeführt.

Die Vorbereitungen für den schulpartnerschaftlichen Austausch fanden in fächerübergreifendem, ganzjährigem Unterricht statt. In den Fächern Geschichte und Geografie beschäftigten sich die SchülerInnen mit diesen Ländern. Ebenso wurde auf die jeweiligen Sprachen eingegangen und einige alltägliche Redewendungen erlernt. Aufgrund dieses Wissens erstellte die Informatikgruppe ein eigenes „Internet-Alpen-Adria-Quiz“, mit Fragen zu den drei Regionen, außerdem war sie für die Kontaktaufnahme und Kontaktpflege zu den Schulen in Slowenien und Italien verantwortlich. Im Zeichenunterricht entwickelten die SchülerInnen nach dem Vorbild Picassos Entwürfe zum Thema „Kultur des Friedens“ und ein passendes Projektlogo.

Höhepunkt und gleichzeitig Präsentation des Projektes fand an einem Tag als musikalische Begegnung in der Hauptschule Lavamünd statt. Neben den Partnerschulen aus Italien und Slowenien kamen auch Schulchöre aus dem unteren Lavanttal. Zahlreiche einstudierte Lieder wurden vorgetragen. Die Hauptschule Lavamünd sang „Mei Lavanttal, mei Paradies“, das hier von den Brüdern Brunner aus Theißenegg zu hören ist, die dieses Lied ebenfalls in ihrer Schulzeit erlernten. Italienische und slowenische Lieder wurden von den Partnerschulen präsentiert, so auch „Pri na nas Koroskem“ und „Sú saltiamo“.

Im Rahmen des Projektes, insbesondere dem interkulturellen Musiktag, wurde Raum für eine vorurteilsfreie Begegnung zwischen LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern dreier benachbarten Regionen geschaffen und infolge dessen nachhaltige  Kontakte geknüpft.