Gstanzllied – Mir is alles ans / Wer a Geld hat

 

Das Scherzlied “Das ist alles eins“ wurde erstmals in der zwei-aktigen Parodie Die Büchse der Pandora des Komponisten Johann Evangelist Fuß (1777-1819) und des Textdichters Wilhelm Blum gesungen. Sie wurde 1817 in Buda uraufgeführt und erlebte am 6. Mai 1818 im Leopoldstädter Theater ihre Wiener Erstaufführung. Karl Meisl (1775-1853), einer der wichtigsten Vertreter der Wiener Volkskomödie, verhalf dem Lied wenig später durch seine Parodie Der lustige Fritz oder schlafe, träume, stehe auf, kleide dich an und bessere dich zum Durchbruch. Der Komponist Eduard Kremser (1838-1914) nahm es auf in Wiener Lieder und Tänze 1, Wien 1911, S. 50. Bei diesem Lied handelt es sich um ein Gstanzllied, das mit verschiedenen Textvarianten bekannt ist.

Es singen die im Bild zu sehenden Schülerinnen der 4. Klasse des GRG /Haydn-Real-Gymnasiums Wien, die im Schuljahr 2017/2018 das Gstanzllied im Rahmen des Projektes „Maria Theresia – und heute?“ kennen lernten und Gstanzltexte in ihrer eigenen Muttersprache dichteten.

 
Bild: SchülerInnen des GRG 5/Haydn-Real-Gymnasium Wien präsentieren das Lied anlässlich der Pressekonferenz zum Projekt „Komm, wir singen!“
 

Projekt:
Maria Theresia – und heute?
Schulen:
4. Klasse des GRG 5/Haydn-Real-Gymnasium Wien
Zeitraum:
November 2017 – Juni 2018
Personen:
3 Lehrpersonen, 25 SchülerInnen, 3 ReferentInnen, 3 Ensembles
 
Projektbeschreibung:
 

Während des Schuljahres befassten sich die SchülerInnen mit dem Zeitalter des Barocks, im Speziellen im Musikalischen. So wurden homophone und polyphone Musikstücke gehört und musiziert, der Gesangstil in der Barockzeit unter die Lupe genommen und als Höhepunkt dieses Abschnittes in der Volksoper das Musical „Vivaldi – die 5. Jahreszeit“ besucht. Danach wurden Bühnen- und Kostümgestaltung, aber auch Musik und Choreographien besprochen und reflektiert. Die verschiedenen Klangbilder und Bezüge, Zitate und Bearbeitungen – wurden thematisiert und Konzerte von Klassik bis Beatbox besucht. Körpersprache, Tanzsprache, Musik als Sprache war ein wesentlicher Punkt auch die Italienische Sprache, die neben Deutsch das (kulturelle) Leben der Barockzeit prägte… Dies führte von Italienisch über Französisch zu Englisch, von „bassadanza“ zu „Menuet“ und „Countrydance“. Davon ausgehend wurden die in der Klasse beheimateten Sprachen aufgegriffen und das Couplet „Wer a Göd hat“ in der in der Klasse gesprochenen Sprachen umgedichtet.

Ein weiterer Schwerpunkt war dem Umgang mit Religion gewidmet: der Spannung zwischen evangelisch und katholisch, den (Zwangs-)Umsiedelungen, der Bildung von Sprachinseln in der Vergangenheit. Der Erzählung über die Zeit Maria Theresias folgte das Erlernen einiger Sprachinseltänze.

Dem Besuch des Konzentrationslagers Mauthausen folgte ein bewegter und emotionaler Gedankenaustausch über Verfolgung, Diskriminierung, Aufnahme und Ausgrenzung, aber auch dem Umgang mit Gedenken und Achten. Der Besuch des Kinofilms „Das Mädchen aus dem Norden“ sollte dies nochmals aufgreifen.


Projekt:
Schenken macht nicht ärmer
Schulen:
9 Klassen der VS Graz-Hirten, Steiermark
Zeitraum:
November 2015 – Juni 2016
Personen:
196 SchülerInnen, alle Klassenlehrer/innen, IKL-Lehrerinnen, Muttersprachenlehrerinnen und Religionslehrer/innen, 2 TheaterreferentInnen, 1 Musikreferent
 

Im Zusammenhang mit dem Lied „Wer a Geld hat“ ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Schenken naheliegend. Die VS Graz-Hirten hat sich in einem Jahresprojekt damit beschäftigt. Die Lehrpersonen suchten einen geeigneten Text, der in verschiedenen Sprachen gelesen und diskutiert wurde: „Schenken macht nicht ärmer“ von Wilhelm Hoffsümmer. Im Religionsunterricht behandelten die PädagogInnen das Thema aus Sicht verschiedener Religionen. SchülerInnen der 4. Klassen erprobten das Schenken von Zeit in einem Lesebuddyprojekt mit den 3. Klassen und teilten ihr bereits erworbenes Wissen im Umgang mit iPads. Auch musikalisch wurde das Thema aufgegriffen. Die Kinder lernten Instrumente kennen, durften diese ausprobieren und im gemeinsamen Singen und Musizieren bauten sie neue Beziehungen zueinander auf. Im Theaterprojekt „Die Weltmusikanten“ basierend auf dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ wurde die Geschichte in einen neuen Kontext gesetzt: Die Tiere kommen aus verschiedenen Kulturkreisen – sie sind auf der Flucht und jedes „Tier“ hat seine eigene Vergangenheit, seine ganz persönliche Fluchtgeschichte. Mit Hilfe der Muttersprachenlehrerinnen wurden Lieder zum Stück passend in verschiedene Sprachen übersetzt (Türkisch, Bosnisch, Rumänisch, Arabisch) und mit den Kindern in einem Tonstudio aufgenommen.


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