Wia machens denn die Schneida

Der Ursprung dieses alten Spottliedes über Handwerker und weiteren Berufsgruppen im Dorf, lässt sich aufgrund seiner mündlichen Überlieferung nicht mehr eruieren. Das noch heute beliebte Lied dürfte weit verbreitet gewesen sein, da es um 1900 in mehreren historischen Aufzeichnungen aufscheint.  Etwa 1907 wurde es vom Volksliedforscher Karl Liebleitner (1858-1942) in Köstenberg (Velden am Wörthersee) mit 18 Strophen aufgezeichnet. Beim damaligen Vorsänger handelte es sich um Ulrich Gabriel vulgo „Toferle“, ebenfalls ein Zugehöriger der im Lied scherzhaft besungenen Handwerkergruppe der Holzknechte.

Das Notenblatt zeigt die Originalhandschrift des Volksliedforschers Karl Liebleitner, der sich, beeindruckt von seinen ersten Berührungen mit dem Kärntnerlied im Jahr 1881, immer wieder auf Spurensuche dorthin begab. Liebleitner hinterließ 5.600 Einzelblätter von Volksliedaufzeichnungen, immerhin die Hälfte Kärnten zugehörig.

Hier wird das Handwerkslied, als Beispiel eines typischen Männerliedes, vom Quartett Steuerberg gesungen. Das von 1971-1994 bestehende Quartett mit Walter Gaggl, Karl Prossegger, Werner Schnitzer und Alois Spitzer studierte insgesamt 400 Lieder ein und erfreute sich zahlreicher Auftritte bei Konzerten und Fernsehmitwirkungen. Die vorliegende Hörprobe wurde 1979 vom ORF-Landesstudio unter der Aufnahmeleitung von Peter Altersberger aufgezeichnet.

Bild: Projektblatt zum Handwerk Schneidern, gestaltet von den Schülern der Technischen Lehranstalt Wolfsberg im Rahmen des Schulprojektes Mit allen Sinnen


Projekt:
WerkZeuge
Schulen:
Klasse Höhere Technische Lehranstalt Wolfsberg, Kärnten
Zeitraum:
Schuljahr 2007/2008, 1 Stunde/Woche
Personen:

3 Lehrpersonen, 18 Schüler

Projektbeschreibung:

Im Rahmen des Projektes „WerkZeuge“ begaben sich die Schüler der HTL Wolfsberg mit dem Ausbildungsschwerpunkt Automatisierungstechnik auf Spurensuche im Kulturland Lavanttal. In den Fächern Deutsch sowie Theorie- und Werkstättenunterricht wurde, das gesamte Schuljahr hindurch, eine Stunde pro Woche, das historische und technische Wissen zu Handwerk und lokaler Tradition hinterfragt, um Visionen für die Zukunft zu entwickeln. Die Schüler setzten sich jeweils mit einem ausgewählten Handwerk auseinander und führten dazu Recherchen in Büchern und im Internet durch. Dabei wurden Informationen zu unterschiedlichen Materialien, zu ursprünglichen Werkzeugen erforscht, aber auch Fakten und Daten zu frühen technischen Leistungen gesammelt. Zur Perspektivenerweiterung trug zusätzlich die Einbeziehung der näheren Umgebung bei: Verwandte und Bekannte wurden in ZeitzeugInnen-Interviews über ihre Tätigkeiten im Bergbau, im Handwerk und in der Landwirtschaft befragt. Neben dieser Begegnung zwischen den Generationen knüpften die SchülerInnen Kontakte zu Kulturschaffenden. Damit konnte die enge Verbindung, wie zum Beispiel mittels Handwerkslied, zwischen Beruf und Kulturgut einmal mehr sichtbar gemacht werden.

Die hier ausgewählten Beiträge dreier Schüler repräsentieren den gespannten Bogen zwischen Überliefertem und Zeitgenössischem. Ausgehend von der Entstehung und Tradition des Handwerks im Lavanttal, deren noch lebenden Akteuren (ZeitzeugInnen) und der Verbindung zum kulturellen Bereich wurden richtungweisende Ideen für die Zukunft entwickelt. Einer der Schüler setzte sich mit der Steirischen Harmonika auseinander und führte mit Musizierenden und Instrumentenbauern aufschlussreiche Gespräche. Ein zweiter Schüler interessierte sich für die Ursprünge der Schmiedezange, dem Schmieden unter der Bezugnahme der Metallverarbeitung im Lavanttal. Der dritte beschäftigte sich ­inspiriert von der Nähmaschine seiner Großmutter mit dem Thema Schneiderei und stellte Bezüge zur regionalen Tracht her.