Gel bize, katıl bize – Komm zu uns

„Gel bize, katıl bize“ ist ein Lied, das vom Rhythmus und Inhalt Ähnlichkeiten zum deutschsprachigen Lied „Brüderlein, komm tanz mit mir“ aufweist, sich jedoch melodisch unterscheidet. Zum Lied wird ein in der Türkei weit verbreiteter Rundtanz – der Halay – getanzt. Dieser ist in vielen verschiedenen Ausführungen bekannt und zeigt häufig pantomimische Darstellungen. Er wird stets in Reihen getanzt, durchgefasst, in Schulterfassung oder mit den kleinen Fingern eingehängt. Den Tanz führt immer der beste Tänzer an (Halaybaşi), meist ein weißes oder rotes Tuch schwingend bestimmt er Tempo und Tanzstil, von denen es in jeder Region andere gibt. Gerne wird Halay von Zurna und Davul (Trommel und Oboe) begleitet.

Eine einfache Grundschrittvariante wird von den SchülerInnen der VS Otto Glöckel, St. Pölten getanzt, die diesen Tanz im Rahmen eines 2009/2009 durchgeführten „Mit allen Sinnen“ Projektes zum Thema „Brücken“ kennen gelernt haben: Vier Schritte schräg rechts vorwärts, vier Schritte gerade zurück.

Der im Notenbeispiel dargestellte Halay ist im Liederbuch „Lieder der Türkei“ von Stephan Unterberger, 1994 mit einer begleitenden CD im Musikverlag Helbling erschienen.  Abdruck und Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Verlags. Es handelt sich dabei um eine beliebte und weit verbreitete Form des Halay aus dem Halaygebiet und nennt sich Delilo Halay. Der Schritt ist im deutschen Sprachraum auch als Reigenschritt bekannt.

Cover Lieder der Türkei


Projekt:
Brücken
Schulen:
12 Klassen Volksschule Otto Glöckel, St. Pölten, Niederösterreich
Zeitraum:
2008/2009
Personen:
240 SchülerInnen, 19 Lehrpersonen, 8 ReferentInnen, ExpertInnen im Umfeld
Projektbeschreibung:

Anlässlich des Europäischen Jahres 2008 zum interkulturellen Dialog beschäftigten sich alle Klassen der Volkschule Otto Glöckel fächerübergreifend über ein gesamtes Schuljahr gemeinsam und unabhängig voneinander mit dem Thema Brücken. Jede Schulklasse erarbeitete ein Projekt: Eine Klasse häkelte an einer Hängebrücke, die über der Aula aufgehängt wurde, eine andere fertigte Ziegel aus Ton an, brannte diese und setzte sie zu einer Brücke zusammen. Davor wurde der Aufbau einer römischen Brücke an einem Holzmodell studiert. Einige malten Ziegelsteine und schrieben Texte darauf. Daraus wurde ein Gemeinschaftsplakat, das im Schulgang aufgehängt wurde. Eine weitere Klasse fertigte eine DVD über Brückenbau sowie eine Dia-Serie über berühmte Brücken an, die sie zuvor mittels Internet und Büchern recherchierten. In angebotenen Workshops wurde der Brückenbau sinnlich erfahrbar und mittels verschiedener Methoden zur Förderung des Gemeinschaftssinnes und Körpergefühls beigetragen. ExpertInnen, die auch unter den SchülerInnen, Eltern und Verwandten gesucht wurden, gaben ihr Wissen in Kleingruppen weiter. Zwei Lachyoga-Expertinnen übten in Gruppen das gemeinsame Lachen. Im Jodel- und Heimatkundeworkshop wurde das Wissen über die eigenen Wurzeln vertieft, Jodler gelernt und dabei Parallelen zu Instrumenten und Gesängen in anderen Kulturen entdeckt. Weiters wurden Lieder und Tänze anderer Kulturen eingeübt, so auch ein in der Türkei weit verbreiteter Tanz, der Delilo Halay, dessen zu hörende Melodie mit dem Lied „Gel bize, Kati bize“ (Komm zu uns) gesungen werden kann und von den SchülerInnen mit einer einfachen Grundschrittvariante getanzt wurde: vier Schritte schräg rechts vorwärts, vier Schritte gerade zurück.

Zum Abschluss lud die Schule zu einem interkulturellen Fest mit Präsentation und einem interkulturellen Buffet ein. Das gemeinsame Feiern stärkte das Selbstbewusstsein aller Beteiligten und förderte den Brückenbau zwischen Eltern, Lehrpersonen und SchülerInnen.