El cóndor pasa – Der Kondor fliegt vorüber

 

„El Cóndor pasa“ (Der Kondor fliegt vorüber) wurde vom peruanischen Komponisten Daniel Alomía Robles (1871-1942) im Jahr 1913 für den Schlussakt des gleichnamigen Theaterstückes – als Zarzuela dramatica bezeichnet – komponiert. Die Zarzuela dramatica verarbeitete die sozialen Missstände der indianischen Minenarbeiter durch ihre Besitzer. Bei dem im Liedtitel genannten „Cóndor“ handelt es sich um einen in den Anden beheimateten Geier. Er wird im Theaterstück als Symbol der Freiheit angerufen, um die Betroffenen von ihren Belastungen zu befreien und sie zurück ins Inkareich zu bringen. Wahrscheinlich liegt ein peruanisches Volkslied dieser Komposition zugrunde.

Vom Komponisten zunächst also nicht primär als Lied angedacht, erfuhr es im Laufe der Zeit textliche Ergänzungen und musikalische Modifikationen. Insgesamt sind über 4500 Versionen des Liedes, in verschiedenen Landessprachen, weltweit verbreitet. Zu den wohl bekanntesten – zumindest im europäischen Raum – darf die Fassung des Duetts Simon & Garfunkel (1970) gezählt werden. Die Musiker haben sicherlich nicht unwesentlichen zu dem großen Bekanntheitsgrad, den das Lied gegenwärtig erfährt, beigetragen. Es gehört zum fixen Repertoire von Straßenmusikern, die als indigen gekleidete Gruppen auftreten und das Lied so zum Inbegriff von Volksmusik der Ureinwohner aus Südamerika wurde. 2004 wurde „El Cóndor pasa“ schließlich vom Kulturministerium Perus zum nationalen Kulturerbe erhoben.

Das Stück wird hier von Angelo Ursini (Quena), Carlos Valverde Rodrigues (Quena), Ricardo Manzur (Bombo), Guillermo Noriega (Violão), Theron Fuhrmann (Bajo) gespielt und ist in der Publikation „Suserl trifft Ali“ des Steirischen Volksliedwerks enthalten, die damit einen Beitrag zum Interkulturellen Dialog leisten möchte. Die Instrumente sind in der Musizierpraxis Südamerikas gängig: Quena – eine Holzlängsflöte, Bombo – eine große Trommel, Violão – eine große Mandoline und Bajo – der Bass. Zu diesem Stück kann der bolivianische Tanz „Grabaciones“ getanzt werden.


Projekt:
Wege zum Glück und Zufriedenheit
Schulen:
Alle Klassen der Volksschule Graz / Hirten
Zeitraum:
November 2010 – Juni 2011
Personen:
16 PädagogInnen, 160 SchülerInnen, 7 ReferentInnen (Türkische und österreichische Musik, Tanz, Instrumente; Englisch native speakerin; Jeux Dramatiques – Ausdrucksspiel aus dem Erleben; Märchenerzählerin; Akademie für Kind, Jugend und Familie) 
 
Projektbeschreibung:

Das klassenübergreifende Projekt begleitete die SchülerInnen im Schuljahr 2010/11 auf ihrer Suche nach verschiedenen Wegen zu Glück und Zufriedenheit.

Die SchülerInnen beschäftigten sich anfangs mit dem Begriff Glück, formulierten Glücksbegriffe aus und versuchten in weiterer Folge Glückszustände zu erreichen. Toleranz und Verständnis, Selbstwert, Sicherheit und Frieden, Kommunikationsfähigkeit, Problembewältigung spielen dabei ebenso eine Rolle wie Bewegung und Sport, gemeinsames Feiern, Essen, Tanzen, Singen und Musizieren.

Ausgehend von der sprachlichen, kulturellen und religiösen Vielfalt der Schule wurde durch die Fokussierung der eigenen Muttersprache und Wurzeln das Selbstbewusstsein der SchülerInnen gestärkt und infolge Interesse an Neuem und Fremden geweckt. Im schulinternen Austausch nutzte man die Kapazitäten der SchülerInnen und ergänzte und potenzierte diese durch externe ReferentInnen. In einzelnen Workshops und ab März stattfindenden Projektwochen erforschten die Klassen die Wurzeln der SchülerInnen aus der Türkei, Bosnien, Albanien, Tschetschenien, England und Österreich. Texte, Sprachspiele und Reime wurden kennen gelernt und vor allem die Freude an Musik, Lieder und Tänzen aus aller Welt geweckt und ausgelebt.

Musik ist für die Überwindung von Grenzen und dem interkulturellen Dialog von zentraler Bedeutung. Das hier zu hörende peruanische Lied, dem Heft „Suserl trifft Ali. Lieder und Tänze aus aller Welt“ entnommen, erweckt spielerisch ein Gespür für die Kultur der Anden.

Neben Musik als Möglichkeit sich auszudrücken, lernten die SchülerInnen durch Rollenspiele die nonverbale Kommunikation und durch eine English Native Speakerin die Neuorientierung kennen. Das Abschlussfest mit Präsentationen wurde als Ausklang eines „glücklichen“ Schuljahres gefeiert.