Der fidele Seppl

Dieses Lied komponierte Pepi Höpperger, der Sohn der letzten legendären Nationalsängergruppe Höpperger aus Thaur bei Innsbruck. Jahrzehntelang war er der Harfenspieler der berühmten „Fidelen Inntaler“, die auch dieses Stück im Repertoire hatten. Aufgrund ihres tirolischen Musikstils sowie ihres langes Bestehens (1930 gegründet) gilt diese Gruppe als Aushängeschild tirolerischer Tanzmusik. Die Aufnahme stammt aus den 1950er/60er Jahren und wird von Pepi Höpperger mit der Harfe vorgetragen.

Die Harfe, ursprünglich in adeligen Kreisen gebräuchlich und im Mittelalter zu deren Unterhaltung verwendet, verbreitete sich bald zunehmend auch beim Volk. Vor allem böhmische Wandermusikanten zogen mit handlichen Harfen, die nur etwa 7 kg schwer waren, umher mit welchen sie ihren Gesang begleiteten. Die einfachen Harfen früherer Zeit waren in diatonischer Stimmung welche das Spielen nur einer Tonart ermöglichten.

Erst mit der Erfindung der Tiroler Hakenharfe in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, bei der drehbare Haken am oberen Saitenende mit der Hand umgelegt werden konnten, um die Saiten zu verkürzen und damit um einen Halbton zu erhöhen, konnte in mehreren Tonarten musiziert werden. Ein Umstimmen während des Spiels wurde erst durch die Erfindung der Pedalharfe des deutschen Instrumentenbauers Jakob Hochbrucker 1720 möglich. Auch die Tiroler Volksharfe besitzt sieben Pedale und es kann sowohl Melodie als auch Begleitung darauf gespielt werden. Sie ist sowohl ein beliebtes Solo- als auch seit den 1930 Jahren Ensembleinstrument. Gerne wird sie bei Letzterem wegen ihres kräftigen Klanges als Rhythmus- und Akkordinstrument eingesetzt. Die typische und traditionelle Spielweise der Tiroler Harfe zeichnet sich durch „einen kräftigen Ton, eine reiche Klangfülle und einen mitreißenden Schwung“ aus.

Groß ist die Beliebtheit der Harfe in der Tiroler Volksmusik, wovon zahlreiche Instrumentenbauer, Harfespieler und –spielerinnen sowie die Entwicklung einer speziellen Harfenkultur zeugen.

Bild: Pepi Höpperger mit Harfe


 

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