Lära Brett (Jodler)

Dieser Jodler wurde erstmals im Ausseerland 1899 vom Industriellen und Volksliedsammler Konrad Mautner (1880–1924) aufgezeichnet und in seiner Liedsammlung Steirisches Raspelwerk, Wien 1910 veröffentlicht. Das mit Vierzeilern, Liedern, Jodlern, Reimen, Instrumentalweisen aus dem Ausseerland, aufwendigen eigenen Zeichnungen und handgeschrieben Texten in einer Auflage von nur 400 Stück produzierte Liederbuch kann schon fast als Kunstwerk bezeichnet werden. Affinität zur Volks- als auch Hochkultur war im Hause Mautner eine selbstverständliche sich gegenseitig befruchtende Herzensangelegenheit, die sich u.a. durch Sammelleidenschaft ausdrückte. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde die gesamte Familie Mautner in der NS-Zeit verfolgt und enteignet. Seine Kinder und seine Witwe flüchteten in die USA. Immobilien u.a. auch das Ferienhaus im Ausseerland und eine wertvolle volkskundliche Sammlung wurde beschlagnahmt. Bis heute ist eine Restitution nicht vollständig abgeschlossen.

Der Titel des Jodlers bezieht sich auf ein Brett aus Lärchenholz (s´lära Brett). Gerade im Salzkammergut hat die Holzwirtschaft auf Grund der Salzverarbeitung in den Sudhäusern eine lange Tradition. Früher wurden auf solchen Brettern die Verstorbenen im Haus aufgebahrt und von dort zum Friedhof getragen.  Darum wird dieser Jodler, beziehungsweise „Ludler“ wie man im Salzkammergut sagt, auch als „Totenludler“ bezeichnet, und erklingt heute noch oft auf einem Begräbnis (einer „Leich“).

Dieser Jodler wurde auch im Rahmen einer Feldforschung nahe dem Ausseerland gelegenen Ennstal 1986 in Aigen aufgenommen und ist hier zu hören. Unter den Ausführenden befanden sich Alois Strobl, Josef Strobl, Rudi Zamberger, Hans Zamberger, Gerhard Dunner, Gerlinde Haid und Maria Walcher.

Das Bild wurde im Rahmen eines Schulprojektes mit der MHS Gosau 2009 aufgenommen. 

Bild: Heimathaus Gosau, Schulprojekt der MHS Gosau 2009


Projekt:
Volksmusik im inneren Salzkammergut – Jung musiziert mit Alt
Schulen:
5.- 8. Schulstufe, Musik-Hauptschule Gosau, Oberösterreich
Zeitraum:
Oktober 2000 – Mai 2001
Personen:
98 SchülerInnen, 5 Lehrerin, 12 Musik- Tanz- und Singensembles/ ReferentInnen 

 

Projektbeschreibung:

Dieser Jodler wurde im Zuge eines Projektes an der Musik-Hauptschule Gosau kennen gelernt. Schwerpunkt des Projektes war es die lokale Volksmusiktradition zu erforschen, zu begreifen und im gemeinsamen Singen und Musizieren mit Gruppen aus dem inneren Salzkammergut in Kontakt zu treten. Im fächer- und klassenübergreifenden Unterricht begaben sich die SchülerInnen mit weiteren Schulen aus dem Salzkammergut auf Entdeckungsreise: von Bräuchen und Traditionen, Musik, Tänzen und Instrumenten über die Kulinarik bis hin zu Sagen und Gedichten.

Zuerst wurde allerlei Traditionelles gesammelt und die Fundstücke dann am Computer festgehalten. MusikerInnen besuchten die SchülerInnen und lernten mit ihnen Lieder, Musikstücke und Tänze ein. Weiters stellten die SchülerInnen in der Werkstatt eines Instrumentenbauers unter Anleitung eine „Schwegelpfeife“ (hölzerne Querflöte) her. Einige Stücke wurden darauf musiziert. Die kennen gelernten Lieder und Musik schrieben die SchülerInnen mit einem Notenprogramm auf und gestalteten damit ein Buch mit Illustrationen. Neben Musik und Tänzen setzten sich die SchülerInnen mit Sagen, Geschichten und Gedichten aus der Gegend auseinander. Einige wurden von den Großeltern erfragt und mit eigenen Worten zu Papier gebracht, andere erfanden die Kinder. Die Geschichten wurden in einem Buch herausgegeben, ebenso folgte eine weitere Publikation mit Rezepten, Hausmitteln und Heilkräutern. Das Projekt begleitete die SchülerInnen über ein gesamtes Schuljahr, bei der auch ein Theater mit dem Titel „Die Palatschinkenpfanne“ mit allen Beteiligten am Ende des Schuljahres zur Aufführung kam. Für die Veranstaltung gestalteten die Kinder Plakate, Einladungen und Handzettel.

 

Projekt:
Ein Jahr danach – der Wald in einer Holzhackergemeinde
Schulen:
2 Klassen der VS Dorfstetten in Niederösterreich
Zeitraum:
Juni – September 2012 
Personen:

31 SchülerInnen, 3 Lehrerin, 4 Musik- SingreferentInnen

Projektbeschreibung:

Der Titel des Jodlers bezieht sich auf ein Brett aus Lärchenholz (lärchenes oder lära Brett), deshalb erscheint die Auseinandersetzung mit dem Thema Holz und Wald im Unterricht naheliegend.

Die SchülerInnen der VS Dorfstetten widmeten sich diesem Thema, inspiriert durch den Feldforscher Walter Deutsch der Anfang der 1970er Jahre für den Öffentlichen Rundfunk eine Sendung über die Tradition der Holzhacker der Gemeinde Dorfstetten zusammenstellte und auch Aufzeichnungen von Liedern der Holzknechten machte.

Die SchülerInnen begaben sich selbst auf Spurensuche und trafen den letzten noch lebenden Holzhacker, von dem sie viel Interessantes über diesen Beruf erfuhren. Der Lebensraum „Wald“ war in verschiedenen Unterrichtsfächern Thema und ein Besuch im Wald durfte dabei auch nicht fehlen, bei dem der Wald spielend mit allen Sinnen erfahren wurde. Ebenso wurden unter fachkundiger Anleitung des Singreferenten Norbert Hauer Tänze und Lieder rund um das Holz und den Wald kennen gelernt und neue Strophen und Gstanzln gedichtet.