Wulle Wulle Gänschen

Das Kinderlied „Wulle Wulle Gänschen“, auch bekannt unter dem Titel „Frau Schnatterin“ ist ein Kreis- und Bewegungsspiel, das vor allem von kleinen Kindern­ im Kindergartenalter gerne gespielt wird.

Im Rahmen eines 2009/10 durchgeführten „Mit allen Sinnen“ Projektes mit dem Titel „Rund um die Welt – Tanzen mit den Jüngsten“ lernten die Kinder im multikulturellen Kindergarten Krausstraße in Linz dieses Stück kennen. Etwaige gegenseitige Berührungsängste oder Hemmungen sollten mit Hilfe von Musik, Bewegung und Tanz abgelegt werden. Eine Begegnung und Verständigung basierte vor allem auf nonverbaler Kommunikation bzw. wie der Zusatztitel anmerkt „Verständigung durch Bewegung, wo es sprachlich nicht möglich ist“.

Die Auseinandersetzung mit bzw. das aktive Tanzen von verschiedenen Tänzen aus aller Welt leistet – vor allem durch ihre Einbindung in den schulischen Bereich, aber auch in Kindergärten, etwa durch diverse Workshops und Projekte, und unter Berücksichtigung aller hiesigen ethnischen Gruppen – einen großen Beitrag zur Integration. Vor allem Kinder mit Migrationshintergrund zweiter, dritter Generation haben oft weder kulturelle Anbindung zum Mutterland noch zu ihrer gegenwärtigen Heimat. Sie fühlen sich an beiden Orten fremd und werden auch als solches wahrgenommen. Nicht selten leiden diese Kinder an ihrer unterentwickelten kulturellen Identität, derer es aber bedürfe, um erst erfolgreiche Integration – ohne traumatische Identitätsverluste – zu erreichen. Hinsichtlich dieser Problematik bergen „Mit allen Sinnen“ Projekte wie „Rund um die Welt. Tanzen mit den Jüngsten“ großes Potential in sich: oftmals stellen sie die erste Möglichkeit für die Kinder dar in engeren Kontakt mit der Kultur des Elternlandes sowie der des Heimatlandes zu treten und in ihrem Rahmen Aufmerksamkeit und Wertschätzung der eigenen bzw. fremden Kultur gegenüber zu schenken sowie von Anderen geschenkt zu bekommen.

Das Tanzlied „Wulle Wulle Gänschen“ eignet sich besonders gut dafür: Bereits textlich wird den Kindern vermittelt, dass die „Frau Schnatterin“ alle ihre Kindergänse gern hat, ungeachtet ihres Aussehens – „… ihr seit meine Kinder … und du meine graue, und du meine blaue, und du mit dem Wuschelkopf, und du mit dem langen Zopf, und du schwarzer Peter…“. Zudem wird die aktive Inklusion aller Kinder durch das abwechselnde Rollenspiel der „Frau Schnatterin“ gefördert.

Das Tonbeispiel wurde der 1991 erschienenen Musikkassette „Kinderparty – Kinderlieder“ der Bella Musica Edition entnommen. Es ist ein Kinderchor mit instrumentaler Begleitung zu hören. Die Illustration stammt aus dem Liederbuch „Die schönsten Lieder Österreichs“ von Hartmann Goertz und Gerlinde Haid aus dem Jahr 1979.

Bild: Illustration aus dem Liederbuch „Die schönsten Lieder Österreichs“


Projekt:
Rund um die Welt – Tanzen mit den Jüngsten. Verständigung durch Bewegung, wo es sprachlich nicht möglich ist
Schulen:
Magistrats-Kindergarten Krausstraße, Linz
Zeitraum:
März – Juni 2010, 1x pro Woche
Personen:

92 Kinder (3-6 Jahre), 10 ErzieherInnen, HelferInnen und 1 Sprachtrainerin, 1 Referentin: Kindertanz, -gesang und –musik.

 

Projektbeschreibung:

Aufgrund der multikulturellen Zusammensetzung mit 94 Kindern aus 21 Nationen, wählte der Kindergarten Krausstraße in Linz „Interkulturelles Lernen mit Schwerpunkt Sprache“ als Leitthema für das Jahr 2009/10. Die aus unterschiedlichen sozialen Milieus mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Prägungen kommenden Kinder sollten mit Eintritt in die Schule gleichberechtigt, weltoffen, kulturell aufgeschlossen, solidarisch und verantwortungsbewusst sein – so das Ziel der PädagogInnen. Eine Herausforderung dabei stellten die deutschen Sprachkenntnisse dar, die bei vielen Kindern – bei Eintritt in den Kindergarten – kaum vorhanden waren. Einen Brückenbau zur Sprache sowie zur sozialen Integration sollte mittels Musik und Bewegung passieren, mit einem „Mit allen Sinnen“ Projekt mit dem Titel „Rund um die Welt – Tanzen mit den Jüngsten“.

An je einem Vormittag pro Woche über vier Monate fand im Kindergarten mit einer Referentin ein spielerisches Miteinander mit Musik, Gesang, Bewegung und Tanz statt. Mithilfe eines großen Teddybären Namens Fridolin wurden anfängliche Berührungsängste und Hemmungen spielerisch überwunden. Dabei wurde unter anderem das Lied „Wulle Wulle Gänschen“ kennen gelernt, das hier von einem Kinderchor gesungen wird und auf der Musikkassette aus dem Jahr 1991 „Kinderparty – Kinderlieder“ der Bella Musica Edition zu finden ist. Zudem wurde das in der Anleitung zu findende Spiel ausgeführt, abwechselnd spielte ein Kind die „Frau Schnatterin“.

Das musikalische Projekt beinhaltete ebenso Kreisspiele, Klatschspiele, Tanzspiele und alle Arten von Bewegungen zu Musik aus aller Welt. Wichtig bei dieser interkulturellen Reise war der vielseitige Einsatz von Orff-Instrumenten zur rhythmischen Begleitung.

Höhepunkt stellte ein großes Sommerfest dar, mit der Präsentation durch  Kinder und einem Buffet aus 21 Ländern, bei dem die Eltern und Großeltern mithalfen.