Österreichisches VolksLiedWerk
Volksmusikland Österreich
H-Moll Tänze
Josef Mikulas, Neujahr 1930, Wiener Volksliedarchiv
Josef Mikulas, Neujahr 1930, Wiener Volksliedarchiv

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Alt Wiener Tänze „Weana Tanz" genannt, haben ihre Wurzeln in den alpinen Ländlerformen. In Wien wurden diese zu einer eigenen Vorspielmusik umgewandelt. Gaststätten, Wein- und Bierschenken der Wiener Vorstädte der Biedermeierzeit waren Wirkungs- und Entstehungsorte dieser urbanen Volksmusik. Mit zwei Geigen und einem Bassettl (ein kleiner Bass, der zuweilen mit einem Riemen versehen war und so auch im Gehen gespielt werden konnte), aber auch nur mit der Zither gespielt, begann die Geschichte dieser eigenständigen wienerischen Musik im langsamen Dreivierteltakt. Bald löste die Gitarre das Bassettl ab und die chromatische Knopfharmonika kam zur sogenannten „Schrammelbesetzung" hinzu.

Die vorliegenden h-moll Tänze von Alois Strohmayer beziehen ihren besonderen Reiz aus der Gegenüberstellung schwermütig-langsamer Moll-Themen mit heiteren, flotten, in strahlendem Dur gehaltenen Ländlermelodien. Ein Kontrast, der durch das feinfühlige Arrangement des Josef Mikulas schwelgerisch ausgekostet und unterstrichen wird.

Alois Strohmayer (1822 - 1890) wurde von seinem Vater Martin Strohmayer, einem Weggefährten Schuberts, musikalisch ausgebildet. Als ausgezeichneter Geiger entwickelte er beim Aufspielen in Gast- und Kaffeehäusern ein Gespür für den legendären wienerischen Ton. Der wohl beste Spieler der chromatischen Knopfharmonika - in Wien liebevoll „Knöpferl" genannt - war Josef Mikulas (1886 - 1980). Er war in den 1920er und 1930er Jahren in allen Teilbereichen der Unterhaltungsmusik tätig, aber auch Komponist und Arrangeur mit hochgesteckten Ansprüchen. Nur die technisch besten Ensembles bewerkstelligen seine anspruchsvollen Arrangements, die seine geniale musikalische Gedankenwelt widerspiegeln.

Hier zu hören sind die Neuen Wiener Concert Schrammeln. Sie spielen Schrammelmusik in ihrer ureigensten Form, jedoch im Gewand unserer Zeit. Alte „Weana Tanz" und Märsche, sowie viele neue, eigene Kompositionen bestimmen das Repertoire. Sie sind das Aushängeschild der Stadt Wien in Konzertsälen auf der ganzen Welt, doch immer wieder auch beim Heurigen in Wien zu hören.

 

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