Österreichisches VolksLiedWerk
Volksmusikland Österreich
I hab di gern
Quintett Petzen
Quintett Petzen

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Der in Wolfsberg lebende Kärntner Schuldirektor Balthasar Schüttelkopf (1863-1908) war neben seiner Tätigkeit als Lehrer auch als Volkskundler und Chorleiter tätig. Auf Grund seiner Fähigkeiten wurde Schüttelkopf, im Zuge der Gründung des Österreichischen Volksliedunternehmens, als Vertreter für Kärnten 1905 behördlich vom Unterricht freigestellt, um sich ganz der Sammlung heimischen Liedgutes anzunehmen. Innerhalb des Sammelprojektes zeichnete er mündlich überlieferte Lieder auf und schrieb handschriftliche Quellen ab, erbrachte Nachweise von gedruckten Belegen und interviewte Sänger und Sängerinnen. Innerhalb kürzester Zeit sammelte er etwa 2.000 Volkslieder. Seine Sammeltätigkeit zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er die Herkunft seiner Aufzeichnungen genauestens recherchierte sowie viele Lieder bearbeitete oder in der vorherrschenden Tradition komponierte. Dabei legte er Wert auf die fünfstimmige Singweise und lehnte eine Harmonisierung ab.

Zu seinen bekanntesten Liedern zählt wohl das Liebeslied „I hab di gern", das er dem Wolfsberger Männergesangsverein 1902 zum 50. Bestandsjubiläum widmete. Auch wenn es eine Reihe anderer Liedinhalte gibt, so wird der Begriff „Kärntnerlied" zumeist synonym für das Liebeslied verwendet. Weitere Kennzeichen lassen sich auf eine charakteristische Mehrstimmigkeit und damit verbundene Melodik zurückführen. Es wird meist vier- oder fünfstimmig gesungen, wobei die zweithöchste Stimme die Melodie transportiert und diese in den anderen Stimmen eingearbeitet ist. Diese männliche Singtradition in Quartetten bzw. Quintetten nahm Anfang des 19. Jahrhunderts in Adels- und Bürgerfamilien ihren Ausgang. Sie zählt heute zu den Besonderheiten Kärntens und verschaffte dem Kärntnerlied weit über die Landesgrenzen hinaus Berühmtheit.

Hier wird das Lied „I hab di gern" vom Männer-Quintett Petzen gesungen. Das Repertoire der Gruppe erstreckt sich vom Volkslied bis hin zu Evergreen und Swing. Hauptsächlich widmen sie sich jedoch dem Kärntnerlied, das neu interpretiert wird, aber dennoch den ursprünglichen Charakter dieser typischen Kärntner Singtradition nicht vermissen lässt.

 

Noten

Literaturhinweis

 

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