Österreichisches VolksLiedWerk
Volksmusikland Österreich
Lära Brett (Jodler)
Heimathaus Gosau, Schulprojekt der MHS Gosau 2009
Heimathaus Gosau, Schulprojekt der MHS Gosau 2009

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Dieser Jodler wurde erstmals im Ausseerland 1899 vom Industriellen und Volksliedsammler Konrad Mautner (1880–1924) aufgezeichnet und in seiner Liedsammlung Steirisches Raspelwerk, Wien 1910 veröffentlicht. Das mit Vierzeilern, Liedern, Jodlern, Reimen, Instrumentalweisen aus dem Ausseerland, aufwendigen eigenen Zeichnungen und handgeschrieben Texten in einer Auflage von nur 400 Stück produzierte Liederbuch kann schon fast als Kunstwerk bezeichnet werden. Affinität zur Volks- als auch Hochkultur war im Hause Mautner eine selbstverständliche sich gegenseitig befruchtende Herzensangelegenheit, die sich u.a. durch Sammelleidenschaft ausdrückte. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde die gesamte Familie Mautner in der NS-Zeit verfolgt und enteignet. Seine Kinder und seine Witwe flüchteten in die USA. Immobilien u.a. auch das Ferienhaus im Ausseerland und eine wertvolle volkskundliche Sammlung wurde beschlagnahmt. Bis heute ist eine Restitution nicht vollständig abgeschlossen.

Der Titel des Jodlers bezieht sich auf ein Brett aus Lärchenholz (s´lära Brett). Gerade im Salzkammergut hat die Holzwirtschaft auf Grund der Salzverarbeitung in den Sudhäusern eine lange Tradition. Früher wurden auf solchen Brettern die Verstorbenen im Haus aufgebahrt und von dort zum Friedhof getragen.  Darum wird dieser Jodler, beziehungsweise „Ludler“ wie man im Salzkammergut sagt, auch als „Totenludler“ bezeichnet, und erklingt heute noch oft auf einem Begräbnis (einer „Leich“).

Dieser Jodler wurde auch im Rahmen einer Feldforschung nahe dem Ausseerland gelegenen Ennstal 1986 in Aigen aufgenommen. Unter den Ausführenden befanden sich Alois Strobl, Josef Strobl, Rudi Zamberger, Hans Zamberger, Gerhard Dunner, Gerlinde Haid und Maria Walcher.

 

Noten

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