Österreichisches VolksLiedWerk
Volksmusikland Österreich
Hätt i di
„Jodeln echt cool“ mit der Expertin Evelyn Fink-Mennel
„Jodeln echt cool“ mit der Expertin Evelyn Fink-Mennel

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Dieser Jodler ist in vielerlei Varianten und unter vielerlei Namen bekannt: als „Hätt i di, håb i di“, „He i ti“, als „Hålterbua Jodler“ oder auch als „Hålt’ s Maul“. In einer Aufzeichnung von 1909 in Obdach in der Steiermark wird er als „Echojodler“ bezeichnet, was die akustische Wahrnehmung sehr treffend wiedergibt: Die 2. Stimme folgt prompt nach dem Starten der 1. Stimme, weswegen der Jodler auch als „Nåcheinånd“ bezeichnet wird. Im hier vorliegenden Notensatz aus dem 2011 vom Steirischen Volksliedwerk herausgegebenen „123 Jodler und Juchzer“ erscheint eine 3. Stimme mit dem etwas rauem Ausruf „Hålt’ s Maul, sei still, geh hoam, wånn i will!“. Josef Pommer (1845-1918) zeichnete den Jodler bereits um 1880 in Landl und danach in weiteren Gegenden der Steiermark auf. Er veröffentlichte ihn 1893 in „252 Jodler und Juchezer“ und 1902 in „444 Jodler und Juchezer aus Steiermark und dem steirisch-österreichischen Grenzgebiete“.

Dieser Jodler erfreut sich im ganzen alpenländischen Raum großer Beliebtheit und wurde im Rahmen einer Feldforschung im Bregenzer Wald am 26.10.1976 in Großdorf bei Egg aufgenommen. Unter den Ausführenden befanden sich Edwin Waldner, Jodok Schneider, Paul Fetz, Olga Troy, Zita Jochum, Elisabeth Hammerer, Emanuel Helbok.

In Vorarlberg wird mit dem Schulprojekt „Jodeln echt cool“ wieder verstärkt die Tradition des Jodelns an eine junge Generation vermittelt, wie auch hier im Bild zu sehen (Kinder der VS Doreen mit der Jodel-Expertin Evelyn Fink-Mennel). Dabei kommen der „Hett i di“ und viele andere Jodler in den Jodelworkshops vor. Die Kinder benutzen zur Klangverstärkung einen Milchtrichter aus Holz, deren Verwendung in der Volksmusik der Schweiz zu finden ist. Demnach verwendete der Senner auf der Alm den Trichter als Verstärker für seinen Betruf, mit dem er allabendlich um den Schutz vor Gefahren für die Nacht bat. Auch heute noch gibt es Kantone in der Schweiz, wo das Alpsegenrufen Tradition hat.

Noten

Literatur Betruf