Österreichisches VolksLiedWerk
Volksmusikland Österreich
Spitzbubenpolka
SchülerInnen des SPZ Schwarzingergasse  beim Tanzfest „Musikanten-Zyklus“ im Wiener Konzerthaus
SchülerInnen des SPZ Schwarzingergasse beim Tanzfest „Musikanten-Zyklus“ im Wiener Konzerthaus

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Die Spitzbubenpolka findet unter verschiedenen Namen und in unterschiedlichen Formen weite Verbreitung in ganz Österreich. So ist der Tanz etwa unter dem Namen Judenpolka, Sautreiber, Fingerlpolka oder Vogelsteller bekannt. Vor allem im deutschen Sprachraum, aber auch im westslawischen Gebiet und in ganz Europa erfreut sich der pantomimische Klatschtanz großer Beliebtheit. Prägendes Merkmal des Tanzes ist das dreimalige Stampfen und Klatschen als auch das scherzhaft drohende Winken der Tanzenden mit dem Zeigefinger. In Süddeutschland ist die Spitzbubenpolka unter der Bezeichnung „Reichsverweser“ bekannt und wird als Spott auf Erzherzog Johann von Österreich (1782-1859) verstanden, der vergeblich versuchte, die deutschen Fürsten mit Schimpfen und Drohen auf eine einheitliche Politik zu bringen.

Die hier abgebildete Tanzbeschreibung wurde 1952 von Rudolf Bruneder in Dambach der Gemeinde Garsten in Oberösterreich aufgezeichnet und vom Volksmusikforscher Hermann Derschmidt (1904-1997) in der Reihe „Tänze aus Oberösterreich“, Band 1 im Jahre 1985 vom Landesinstitut für Volksbildung und Heimatpflege herausgegeben. Das Notenblatt und die Tonaufnahme stützen sich auf eine Aufzeichnung von Karl Schmidt, der dieses Stück von der Emmersdorfer Spielmusik in Niederösterreich hörte und transkribierte.

Gespielt wird die Spitzbuampolka hier von dem Trio „D’ Rosenegger Zwiefachen“, das sich aus Mischa Niemann an der Steirischen Harmonika und Sascha Niemann an der Gitarre sowie Norbert Winkler am Kontrabass zusammensetzt. Rosenegg, ein Waldviertler Einzelgehöft nahe dem Mühlviertel dient dem seit 1997 bestehenden Ensemble als Treffpunkt für die Proben. Die Musiker widmen sich vor allem der österreichischen Volksmusik im Donauraum. Aufgenommen wurde die Spitzbuampolka im Rahmen der 2006 erschienenen CD „taktvoll – Volkstänze aus Niederösterreich“, die den Appetit aufs Tanzen, Musik und Bewegen wecken und gleichzeitig einen Impuls zur Belebung der Volkstanzpflege setzen möchte.

Im Rahmen eines „Mit allen Sinnen“ Schulprojektes am Sonderpädagogischen Zentrums Schwarzingergasse in Wien fand dieser Tanz besonderen Anklang bei den SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen. Speziell das Klatschen, Stampfen und scherzhafte Drohen mit dem Zeigefinger und die rhythmischen Teile sprechen die Kinder und Jugendlichen an.

Noten

Tanzbeschreibung