Österreichisches VolksLiedWerk
Volksmusikland Österreich
Maxlazibada
Salzburger Nockerl, Foto: Josef Kral
Salzburger Nockerl, Foto: Josef Kral

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Dieses Stück basiert auf dem von Tobi Reiser (1907-1974) komponierten „Maxglaner Zigeuner Faschingsmarsch". Reiser gilt als Musiker, Arrangeur, Gründer zahlreicher Ensembles (u.a. Flachgauer Musikanten, Tobi Reiser Quintett, etc.) und Initiator neuer Instrumente (chromatisches Hackbrett) und Spieltechniken als maßgeblicher Entwickler eines volksmusikalischen Stils im 20. Jahrhundert. Die Zeit des Nationalsozialismus, dessen Ideologie und das System nutzte Reiser für seine Zwecke. Er verstand es auch, seinen Volksmusikstil durch Radiosendungen, im Film und Fernsehen sowie auf der Bühne - u.a. nach dem 2. Weltkrieg durch das Salzburger Adventsingen - populär zu machen.

Der Maxglaner Zigeuner Faschingsmarsch erschien in seiner Sammlung der „Dritten 25 [alpenländische Volkslieder]" von 1971. Typisch für die dort publizierten Stücke ist, dass Reiser ihnen kleine, mitunter kuriose Geschichten beistellte, deren historischer Wahrheitsgehalt heute allerdings vielfach im Dunklen bleiben muss - so schreibt er beim Maxglaner, dass die Bürger des Ortsteils Maxglan sich zu Faschingsumzügen vor dem 1. Weltkrieg als „Zigeuner und herumziehendes Gesindel" verkleideten und musizierend in die Innenstadt zogen, woran er sich im Marsch musikalisch angelehnt hätte. Hinter dieser Geschichte dürfte allerdings sein konsequent verfolgtes Anliegen stehen, Stücken, die er als „Volksmusik" erachtete bzw. verkaufen wollte, eine möglichst lange Traditionslinie beizustellen.

Hier machen die Salzburger Nockerln den Marsch u.a. durch Improvisation mit afroamerikanisch konnotierten rhythmischen Mustern zum Maxlazibada. Dennoch bleiben die charakterischen Muster des Moll-Dur-Wechsels wie auch das bei Tobi Reiser Stücken typische Flötensolo aus dem Original bestehen.

Die Salzburger Nockerl, unter der musikalischen Gesamtleitung von Hubert Brunauer, sind eine etablierte Salzburger Volksmusikgruppe, die gekonnt Elemente verschiedener Genres mit österreichischen Volksmusikstilen zu einem Ganzen zusammenfügt.

 

Noten

Literaturhinweis