Österreichisches VolksLiedWerk
Volksmusikland Österreich
Landler in D
Das Heanzenquartett: Walter Burian, Rudolf Pietsch, Franziska Pietsch-Stockhammer, Elisabeth Paul
Das Heanzenquartett: Walter Burian, Rudolf Pietsch, Franziska Pietsch-Stockhammer, Elisabeth Paul

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Der Landler in D stammt aus einer Handschrift aus Neckenmarkt (Mittelburgenland). Der Volksmusikforscher Sepp Gmasz hat aus dieser anonymen Ländlersammlung, die um 1860 zu datieren ist, drei Steirer-Melodien ausgewählt und sie zu einem Stück geformt. Es gehörte zum Basisrepertoire des Heanzenquartetts, das sich auf seine Anregung 1976 aus Burgenländischen und Wiener Musikstudenten konstituierte. Mit diesem Kreis, zu dem später auch die Musikanten Herbert Schönfeldinger und Ernst Spirk stießen, begann eine neue Volksmusikbewegung im Burgenland. Ausdruck dessen war etwa die Gründung der Burgenländischen Musikantenwoche (1982) oder die Herausgabe einschlägiger Lieder- und Tanzhefte. In der ersten Ausgabe des „Burgenländischen Notenbiachls" (1982) findet sich auch der Landler in D.

Der Begriff „Heanzen" (Hianzen) galt einst als Übername für die deutschen Bewohner Westungarns, die heutigen Burgenländer. Als Wanderhändler pflegten vor allem die Kleinbauern des Mittel- und Südburgenlandes rege Handelsbeziehungen nach Wien. Vermutlich kam dort der Name „Hianz" für die westungarischen Geflügelhändler auf, die auf den Wiener Märkten schon im 17. Jahrhundert zu markanten Figuren wurden. Nach ihrer Herkunft aus der „Hianzei" dürften die Hianlkramer mit ihrem eigenartigen (ost-mittel-bairischen) Dialekt als besondere Volksgruppe wahrgenommen worden sein. Lange Zeit galt die Bezeichnung als Spottname. Durch die 1996 erfolgte Gründung eines Hianzenvereins konnte eine Dialektpflege und eine neue Auseinandersetzung um Identitätsfragen angeregt werden. Sitz des Hianzenvereins ist das Haus der Volkskultur in Oberschützen, in dem auch das Burgenländische Volksliedwerk untergebracht ist.

 

Noten