Österreichisches VolksLiedWerk
Volksmusikland Österreich
Rußbacher Tänze
Rußbach (Rinnbergalm) mit Blick auf Dachstein
Rußbach (Rinnbergalm) mit Blick auf Dachstein

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Der „Rußbacher" ist eine der bekanntesten und ältesten Schleunigen-Melodien. Er wurde erstmals 1819 in der Sonnleithner-Sammlung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien schriftlich aufgezeichnet und stammt aus Rußbach im salzburgerischen Tennengau, an der Grenze zum Salzkammergut. Aus dem Jahre 1919 liegt eine Abschrift dieser Aufzeichnungen von Raimund Zoder vor. Der Schleunige hat in diesem Fall bereits seinen vollständigen Namen verloren und wird nur mehr als „Rußbacher" bezeichnet. Wie in der Sonnleithner-Sammlung angemerkt ist, tanzen die Rußbacher diesen Tanz „seit undenklichen Zeiten". Dabei richten sich alle weiteren Paare nach dem ersten Paar und die vorgetanzten Figuren werden nachgemacht, wobei diese von „wildem Geschrey, Pfeifen und Stampfen" begleitet werden. Der Tanz endet schließlich mit einem Walzer. Charakteristisch für die Rußbacher Tänze ist, dass der dritte Teil in Moll steht, was im Allgemeinen sehr selten vorkommt. Vielleicht ist er deshalb noch heute bei den MusikantInnen, wie hier bei dieser jungen Gruppe mit dem Namen Aufstrich, so begehrt. Es spielen Julia Lacherstorfer, Elisabeth Deutsch, Irene Froschauer, Horst Lackinger und Laura Wösch.

Der Schleunige ist besonders im Salzkammergut sehr verankert. Zum Phänomen des Schleunigen zählen verschiedenste Spielweisen, die regional verschieden sind. So gibt es in Bad Goisern, Bad Ischl, Gmunden oder im Ausseerland unterschiedliche Formen, die sich in Tempo und Betonung unterscheiden. Der Schleunige als Tanz wird im Salzkammergut auch oft bei Hochzeiten beim Brautstehlen gespielt. Schon im Tennengau sind Schleunige jedoch sehr selten. Wie der Rußbacher über die Grenze kam ist nicht überliefert.

 

Noten