Österreichisches VolksLiedWerk
Volksmusikland Österreich
Abschied
Christina Zurbrügg
Christina Zurbrügg

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Dieser Jodler stammt aus der Schweiz und ist nur mündlich überliefert. Die Interpretin dieses traditionellen Jodlers, Christina Zurbrügg, stammt selbst aus der Schweiz, aus dem Berner Oberland. In ihrem Film „Bleiben oder Gehen", produziert mit Michael Hudecek, wird ihr Heimatdorf Kiental zum Thema gemacht. Das Dorf erlangte Berühmtheit, da es Schauplatz einer Geheimsitzung Wladimir Lenins sowie Inspirationsquelle für Friedrich Dürrenmatts Theaterstück „Der Besuch der alten Dame" war. Aus Original-Filmaufnahmen aus den 1950ern vom Kameramann Landtwing und gegenwärtigen Aufnahmen der beiden Regisseure entstand eine Komposition einer vergangenen und teils verlorenen Bergbauernkultur mit modernen, touristischen Einflüssen der Gegenwart. Thematisiert wird auch der Lebensweg einzelner Menschen aus Kiental, deren Höhen und Tiefen sowie Erinnerungen an ihre eigene Kindheit. Der Film trägt durch wiederholende Film- und Musiksequenzen einen zyklischen Charakter, der dem Jahreskreislauf gleicht. Besonders die typischen Jodler von Christina Zurbrügg lassen das Gefühl einer Sehnsucht nach Erfüllung aufkommen, die heute im Urlaub als auch im Alltag gesucht wird.

Als Filmmusik arrangiert kommt auch dieser Abschiedsjodler vor. Entstanden ist dieses Arrangement aus der Zusammenarbeit mit dem Elektronik-Musiker Klaus Hollinetz beim „Komponistenforum Mittersill" 2001 mit dem Thema „Volksmusik". Er war lange Zeit der Eröffnungsjodler bei den Konzerten Zurbrüggs - ein Solo mit Gesang und Akkordeon. Das Akkordeon ist dabei verlangsamt und bekommt so diesen orchestralen Sound. Leider lassen sich die Wurzeln des Jodlers oder auch erste Aufzeichnungen nicht zurückverfolgen. Die Musikerin hat diesen Jodler im Zusammenspiel wieder aufgegriffen und er hat somit Eingang in ihr musikalisches Repertoire gefunden.

Heute lebt Christine Zurbrügg seit vielen Jahren in Wien und setzte sich viel mit dem österreichischen Jodeln und Dudeln auseinander. In ihren eigenen Kompositionen fließen immer wieder traditionelle Musikformen ein. Die Musikerin komponiert auch viele selbst. Ihre eigenen Kompositionen und Arragenments zeichnen sich durch eine experimentierfreudige, originelle Kombination von Gesang, Rap und Jodeln aus. Damit schafft sie es eine Mischung von archaisch-urbanen Sounds mit Loops, Naturklängen und Elektronika zu kreieren.

 

 

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